Ich halte die Luft an und mustere den gepflasterten Boden. Die Länge meines Blickaustauschs zuvor. Ich schaute auf. Ihre Lippen an den seinen. Ihre Hand seine Wange streichelnd. Ich renne. Dorfbewohner am Rand des Feldes.
Stehen. Der Wind streicht über die Ähren und bringt vereinzelt Klatschmohn zum Vorschein. Zwei Mädchen finden sich hinter mir und bestaunen den Horizont. Zwei frei fliegende Papierdrachen, ein Blumenfeld wie sorgsam auf ein Seemannsnetz gesteckt segelt am Himmel.
Eine Droschke sammelt uns ein und wir befahren den langen Feldweg. Ich weiß nicht wohin, aber »fort« fühlt sich gut an. Das Windspiel bringt die Ähren zum Beugen und mein Herz beginnt sich zu beruhigen. Ich atme.
Und wie wir dem Blumennetz folgen und sich der Wind zu einem wundervollen Orchester aufbaut, fühle ich, ich würde nun nicht mehr meiner Schwester Mime sein. Mein Verrat ist ein anderer. Die Schönheit, die sich mir anvertraut in Worte fassen zu wollen.

Kommentare

Mela sagt:

wooow, voll schön <3
ich finds gar nicht zu kitschig, es ist richtig poetisch und was für eine Sprache!!!

Schreibe einen Kommentar