Ich halte die Luft an und mustere den gepflasterten Boden. Die Länge meines Blickaustauschs zuvor. Ich schaute auf. Ihre Lippen an den seinen. Ihre Hand seine Wange streichelnd. Ich renne. Dorfbewohner am Rand des Feldes.
Stehen. Der Wind streicht über die Ähren und bringt vereinzelt Klatschmohn zum Vorschein. Zwei Mädchen finden sich hinter mir und bestaunen den Horizont. Zwei frei fliegende Papierdrachen, ein Blumenfeld wie sorgsam auf ein Seemannsnetz gesteckt segelt am Himmel.
Eine Droschke sammelt uns ein und wir befahren den langen Feldweg. Ich weiß nicht wohin, aber »fort« fühlt sich gut an. Das Windspiel bringt die Ähren zum Beugen und mein Herz beginnt sich zu beruhigen. Ich atme.
Und wie wir dem Blumennetz folgen und sich der Wind zu einem wundervollen Orchester aufbaut, fühle ich, ich würde nun nicht mehr meiner Schwester Mime sein. Mein Verrat ist ein anderer. Die Schönheit, die sich mir anvertraut in Worte fassen zu wollen.

Stille.
Ich sitze hier und warte.
Auf einen Einfall.
Eine Idee.
Aber alles, was ich höre
Ist ein Rauschen.
Nicht laut.
Aber nicht überhörbar.
Woher es kommt, weiß ich nicht.
Interessiert mich nicht.
Ich warte ja.
Wie lange schon?
Es geschieht immer wieder.
Nichts.
Dass ich warte.
Dass ich feststelle, dass es still ist,
wenn ich warte.
Auf eine Idee.
Einen Reim.
Nichts.
Vielleicht ist es besser.
Möchte mich nicht vor der Welt rechtfertigen.
Für meine Gedanken.
Würde sie das interessieren?
Was Menschen denken,
Was Kinder denken?
Du bist kein Kind,
sagt er immer.
Wieso nicht?
Weil du wie eine Frau aussiehst.
Aha.
Ich will lieber ein Kind sein.
Oder glücklich.
Ich soll mich mal mit was zufrieden geben,
sagt er oft.
Und selbst ist er mit nichts zufrieden.
Und zerstört.
Ich frage mich wie er als Kind war.
Glücklich?