Mein Haus
steht auf einem Fels.
Ganz hoch.
Und wenn der Wind kommt,
bleibt nur ein Rest Sand auf dem Fundament.
Für euch sind es nur Launen;
für mich sind es Gefühle.
Zu viele — wohin damit?
Ich ertrinke darin.
Ich wanke.
Ich kann nicht gehen, stehen,
nimm mich an der Hand.
Für dich ist es eine schöne Ahnung —
für mich ein Segen.
Naja, es gibt doch Lieder für die man sterben würde. Lieder, die so grandios sind, dass man nicht ohne sie leben will. Lieder, neben denen man sich schrecklich klein und unbedeutend – und gleichzeitig furchtbar glücklich fühlt.
Und er:
Nein, solch übertriebenen Gefühle lösen Lieder bei mir nicht aus. Es ist doch total dämlich. Als gäbe es nichts anderes auf der Welt. Bescheuert.
Ich fühle mich,
als würde ich,
berührte man mich,
in kleine Teilchen zersplittern.
Für jede Sorge,
jedes Problem,
jeden Zweifel,
jede Träne
eins.
Und sie würden verstreut
auf dem Boden liegen
und niemand wüsste,
wer es ist.
Sieht denn keiner die hässlichen Häuser da draußen?
Ich eifersüchtiges Ding.
Weine regungslos darüber, dass sich alle bewegen.
Aber wohin denn gehen?


Ich war auf dem Weg ins Ballett. Ich hatte mich mit einer Freundin verabredet und saß nun, pünktlich um 18:42 Uhr, in der Bahn, die mich zu meinem Treffpunkt bringen sollte. Ich setzte mich auf einen freien Platz gegenüber von einem Mann, der nicht viel älter sein konnte als ich. Er trug schmutzige Kleidung und hatte einen seltsamen Blick. Nach wenigen Minuten stieg eine Frau zu. Sie hielt zwei große Einkaufstüten bei sich und umschlang einen Rucksack. Erleichtert ließ sie sich zwei Reihen vor mir auf einem Sitz nieder. Sie musste in Eile sein. Ich bemerkte, wie aus ihrem Rucksack Saft tropfte. Ich machte sie freundlich darauf aufmerksam. Der Mann mir gegenüber stellte sein Bier ab und zündete sich eine Zigarette an. Noch lange nachdem er längst ausgestiegen war, drängte ich ihn in Gedanken, mir etwas anzutun. Damit mich nie wieder jemand um mein makelloses Leben beneiden könnte.
Nicht ich male mich. Du zeichnest mich.
Mit immer deutlicheren Konturen und immer kräftigeren Farben.
Und du kratzt deinen Namen sichtbar tief in das Gemälde,
als wäre es dir nichts wert.
Wieso?
Stille.
Ich sitze hier und warte.
Auf einen Einfall.
Eine Idee.
Aber alles, was ich höre
Ist ein Rauschen.
Nicht laut.
Aber nicht überhörbar.
Woher es kommt, weiß ich nicht.
Interessiert mich nicht.
Ich warte ja.
Wie lange schon?
Es geschieht immer wieder.
Nichts.
Dass ich warte.
Dass ich feststelle, dass es still ist,
wenn ich warte.
Auf eine Idee.
Einen Reim.
Nichts.
Vielleicht ist es besser.
Möchte mich nicht vor der Welt rechtfertigen.
Für meine Gedanken.
Würde sie das interessieren?
Was Menschen denken,
Was Kinder denken?
Du bist kein Kind,
sagt er immer.
Wieso nicht?
Weil du wie eine Frau aussiehst.
Aha.
Ich will lieber ein Kind sein.
Oder glücklich.
Ich soll mich mal mit was zufrieden geben,
sagt er oft.
Und selbst ist er mit nichts zufrieden.
Und zerstört.
Ich frage mich wie er als Kind war.
Glücklich?
Ich will denken,
ohne von Gedanken erdrückt zu werden.
Ich will erzählen,
ohne sprechen zu müssen.
Ich will zuhören,
ohne hören zu müssen.
Ich will tanzen, lachen, weinen,
und unsichtbar sein.
Ich will leben,
ohne diesen Kampf.
Ich will träumen,
und nicht mehr aufwachen müssen.